VOLKSFREUND AKTUELL19.11.2018 
Hart, aber nicht ganz herzlich
Herbstmeister mit Hindernissen: Das war eine ganz „enge Kiste“ für den Vorrunden-Spitzenreiter SG Schneifel Auw: Beim 2:0 (1:0) auf dem ungeliebten Hartplatz in Niederstadtfeld hatte die Elf von Trainer Jörg Stölben in einer turbulenten und hektischen Schlussphase beim Sturmlauf der Gastgeber mehr als einmal „den Papst in der Tasche“: Letztlich aber genügten die beiden Treffer von Jan Merkes (33.) und Stephen Kinnen (74.), um den zuvor punktgleichen Mitkonkurrenten von der SG Wallenborn in die Schranken zu weisen. Es war ein gutes, ein schnelles, aber auch ein kampfbetontes Spiel mit vielen aufregenden Szenen in und um die Strafräume, das mehr als nur zwei Treffer verdient gehabt hätte. Fast 400 Zuschauer hatten den Weg zum Duell Erster gegen Zweiter gefunden, und sie wurden in einer Begegnung, die rund 20 Minuten brauchte, ehe sie auf Touren kam, nicht enttäuscht.


Die Gäste nutzten in der 33. Minute einen scharf, flach und platziert hereingebrachten Freistoß von Marcus Diehl zum Führungstreffer. Jan Merkes war im Fünfer eine Fußspitze früher am Ball als die versammelte Deckungsreihe der Roten. Im ersten Spielabschnitt hatte die Schneifel-Elf etwas mehr vom Spiel, Wallenborn tat sich schwer gegen die kompromisslose Deckungsreihe des Gastes.

Die Gastgeber machen Druck
Nach dem Wiederanpfiff nahm die Begegnung dann richtig Fahrt auf, wurde giftiger, aber auch sehenswerter. Die Zimmer-Elf machte mächtig Druck, setzte die Gäste unter Druck, wartete vor allem mit kernigen Distanzschüssen auf, die aber meist nur ganz knapp das Ziel verfehlten. „Ich bin der Meinung, dass heute die bessere Mannschaft verloren hat“, resümierte der Coach der Hausherren angesichts der Überlegenheit in den zweiten 45 Minuten seiner Elf. Aber der Gegner wusste, wenn sich dann die Gelegenheit bot, mit den dadurch entstandenen Räumen etwas anzufangen. Jeder der Schneifel-Konter barg Gefahr in sich, es gab viele rassige Zweikämpfe in der gefährlichen wie auch gefährdeten Zone. Als ein abgefälschter Schuss von Stephen Kinnen als Bogenlampe über dem verdutzten Lars Becker zum zweiten Mal im Netz einschlug (74.), war das aber noch längst nicht die Entscheidung.

Die Latte steht im Weg
Wallenborn gab sich nicht geschlagen, versuchte es über die Flügel, durch die Mitte. Aber es fehlte mitunter etwas an der Präzision. Bei gefährlichen „Dampfhämmern“ aus der zweiten Reihe von Sebastian Zimmer und dem eingewechselten Benjamin Duckart stand die Latte im Weg. Unschöner Höhepunkt war die Gelb-Rote Karte für Schneifel-Angreifer Jan Pidde. Dessen Sturz im Strafraum nach einem intensiv geführten Zweikampf mit Sebastian Zunk wertete Schiedsrichter Philipp Michels aus Lissendorf als Schwalbe und schickte den bereits vorher mit Gelb bedachten Stürmer wegen unsportlichen Verhaltens vorzeitig vom Platz. Noch nach dem Schlusspfiff kam der des Feldes Verwiesene zum Referee, um diesem seinen dicken Knöchel zu zeigen. Indes: An der Entscheidung änderte sich nichts mehr.

Genauso wenig wie am Ergebnis. „Wir haben eine überragende Hinrunde gespielt. Das heute war die Krönung“, urteilte Jörg Stölben, wollte von vorschnellen Meisterambitionen (noch) nichts wissen: „Es gibt ein paar gute Teams, die auf den Platz wollen, auf dem wir gerade stehen.“ Wohl auch (wieder) die SG Wallenborn, deren Trainer abschließend grollte: „Man sollte heute auch mal die überharte Gangart des Gegners mit in Betracht ziehen.“ Auf dem Niederstadtfelder Hartplatz ging es in der Tat alles andere als herzlich zu.

Statistik:
SG Wallenborn: Lars Becker – Tobias Jung, Sebastian Zunk, Florian van Landenberg, Benjamin Blank, Pascal Haak (11. Peter, Esch, / 80. Andreas Hesslein), Sebastian Zimmer, Daniel Zunk, Patrick Hunz, Kasper Wlodarek (80. Benjamin Duckert), Sebastian Hilgers

SG Schneifel Auw: Denis Koziol – Jan Leiendecker, Klaus Hamper, Stephen Kinnen, Jan Pidde, Cem Celik, (63. Joannes Sigel)), Marcus Diehl (70. Christian Ludwig Babendererde)), Marco Michels (88. Maurice Grommes), Jan Merkes, Alexander Zapp, Jonas Weberskirch

Tore: 0:1 (33.) Merkes, 0:2 (74.) Kinnen

Schiedsrichter: Philipp Michels (Lissendorf)

Gelb-Rote Karte: Pidde (85.) - Zuschauer: 350
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